Wildbienenforschung im Botanischen Garten München-Nymphenburg

Wärmeliebende Wildbienen

Publikationen

Hofmann M.M., C.M. Zohner, and S.S. Renner (2019): Narrow habitat breadth and late-summer emergence increases extinction vulnerability in Central European bees. Proc. Roy. Soc. B [DOI: 10.1098/rspb.2019.0316, 6 March 2019]

Schindler M., M.M. Hofmann, and S.S. Renner (2018): Courtship behaviour in the genus Nomada – antennal grabbing and possible transfer of male secretions. Journal of Hymenoptera Research 65: 47 – 59.

Hofmann M.M., Fleischmann A., and S.S. Renner. (2018): Changes in the bee fauna of a German botanical garden between 1997 and 2017, attributable to climate warming, not other parameters. Oecologia 187:701 – 706 [article, online]

Online-Artikel

Flugdistanzen bei Wildbienen

Die Tage werden länger, Bäume und Kräuter beginnen zu blühen und die Tierwelt erwacht zum Leben. Es herrscht ein reges Treiben an den ersten Blüten des Jahres. Wer genau hinschaut, erkennt, dass nicht nur die Honigbienen Pollen und Nektar sammeln, auch verschiedene Wildbienen nutzen das Blütenangebot. Im Botanischen Garten München gibt es derzeit sogar noch mehr zu entdecken. Hier kann es vorkommen, dass man eine Wildbiene mit farbiger Nummer auf dem Rücken findet. „Die grüne 92 auf einem Löwenzahn …“ – „Die rote 18 in meinem Garten auf einer Kirschblüte …“


Osmia cornuta-Männchen
Das ist keine neue Form des Bingo-Spiels, sondern Teil einer wissenschaftlichen Untersuchung im Botanischen Garten, die von Biologen der Ludwig-Maximilians-Universität und der Botanischen Staatssammlung München durchgeführt wird. Doktorandin Michaela Hofmann und ihre Studenten kleben den Wildbienen kleine, farbige Plättchen mit einer Nummer auf den Rücken. Für die Bienen ist das völlig ungefährlich, sie stören sich nicht an diesen Markierungen und gehen weiter ihrem emsigen Geschäft nach. Durch das individuelle Markieren der ausschwärmenden Wildbienen, von denen es im Botanischen Garten über 100 Arten gibt, soll herausgefunden werden, wie weit diese Bienen fliegen auf der Suche nach Pollen oder Nektar von bestimmten Blüten, nach Partnern, oder neuen Nistplätzen. Das Projekt wird von Michaela Hofmann geleitet und von Gartendirektorin Professor Susanne Renner von der LMU München sowie Dr. Andreas Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung München betreut.

Mitmachprojekt

Auch Sie können Teil dieser Forschung werden, denn dieses Projekt ist gezielt als Mitmach-Projekt für Alle in München und Umland gedacht: Wenn Sie eine markierte Biene bei sich im Garten oder bei einem Besuch im Botanischen Garten auf einer Blüte entdecken, können Sie ihren Fund direkt bei wildbienen@bio.lmu.de melden. Als Besucher des Botanischen Gartens können Sie auch die dafür ausliegenden Flyer nutzen und am Garteneingang abgeben. Sie müssen die Biene dazu weder fangen, noch die Biene oder Blume bei Namen nennen können. Die Nummer sagt den Wissenschaftlern sofort, um welches Exemplar es sich handelt. Am besten schicken Sie uns ein Foto der Biene oder melden Farbe und Nummer des beobachteten Tieres, sowie Datum und Ort ihrer Beobachtung. Haben Sie auch die Blume erkannt, auf der die Biene saß? Oder vielleicht haben sie eine Insektennisthilfe („Bienenhotel“) in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon, oder dort nistet eine der farbig markierten Bienen? Dann schreiben Sie uns auch das und helfen Sie, das Wissen über die Wildbienen zu erweitern. Denn Wildbienen sind bedroht. Und um sie besser schützen zu können, müssen wir versuchen so viel wie möglich über die Lebensweise und Bedürfnisse dieser fleißigen Bestäuber herauszufinden – mit Ihrer Mithilfe kann dies gelingen!

Ist Ihr Interesse an den Wildbienen geweckt?
Lesen Sie hier Wissenswertes über einige ausgewählte Bienenarten, die sie im Botanischen Garten gut beobachten können. Besuchen Sie auch unsere Informationstafeln am Pavillon neben dem Schmuckhof.

Text: Michaela Hofmann, Ludwig-Maximilians-Universität München
Foto: Andreas Fleischmann, Botanische Staatssammlung München